Neue Studienmöglichkeiten der Blockchain-Technologie

Der Studiengang in Irland soll junge Talente fördern und Irland indes zu einer Vorreiterrolle im Bereich der Blockchain-Technologie verhelfen, so die Ministerin Heather Humphrey bei der Lancierung des Masters in Dublin. Das Programm ist Teil der Future Jobs Initiative der irischen Regierung. Die Initiative verfolgt das Ziel, zukünftige Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt zu antizipieren und entsprechend zu reagieren.

Die irische Regierung legt in diesem Zusammenhang großen Wert auf die Entwicklung im Bereich der Distributed-Ledger-Technologie. So rief sie im Rahmen der National Blockchain Strategy die Ireland Blockchain Week ins Leben. Die Veröffentlichung des Studiengangs fand innerhalb dieser Woche statt. In der Entwicklung des Studiums arbeitete Technology Ireland ICT Skillnet mit Blockchain Ireland zusammen, um herauszufinden, welche Kompetenzen im Sektor von Morgen gefragt sind. Der Studiengang soll diese Fähigkeiten ab September 2019 vermitteln. Er ist als Online-Studium in Teilzeit angelegt und wird von Experten aus der Industrie und der Dublin City University ausgeführt.

Wharton School bietet Finanzprogramm mit Blockchain-Fokus

Auch an der Wharton School der University of Pennsylvania wird auf den Zusammenschluss von Wirtschaft und Bildungsinstitutionen gesetzt. So reagiert die Institution nach eigenen Angaben auf die sich schnell verändernden Anforderungen im Bereich der Finanzwirtschaft.

Das Programm FinTech: Foundations and Applications of Financial Technologies behandelt Themen wie Kryptowährungen und Blockchain, aber auch die Weiterbildung im Bereich Crowdfunding, modernes Investment und Versicherungstechnologie werden angeboten. Der Kurs wird von Professoren der Penn Faculty und Dozenten aus dem Finanzbereich unterrichtet.

Blockchain-Studiengänge weiterhin beliebt

Im Bildungssektor entstehen weltweit neue Studiengänge im Bereich Blockchain-Technologie. Erst kürzlich gab Brasilien das erste Masterstudium der Blockchain-Technologie bekannt. Auch in Deutschland gibt es einige Initiativen und Studienmöglichkeiten. In den USA bieten Universitäten wie Duke, Cornell, das Massachusetts Insitute of Technology (MIT) und die New York University (NYU) Studiengänge an.

5 Dinge, die jeder Bitcoin-Anfänger kennen sollte

Keine Ahnung von Kryptowährungen? Macht nix. Im Folgenden einige der wichtigsten Konzepte, wenn es um Bitcoin und andere Kryptowährungen geht.

Achtung: Die folgenden Zeilen ersetzen weder eine eigene Recherche noch wollen und können sie in irgendeiner Weise vollständig sein. Es sind lediglich fünf Konzepte aus dem Bereich der Kryptowährungen, die jeder kennen sollte, der sich mit dem Thema auseinandersetzt.

FOMO – Die Angst, etwas zu verpassen

Gerade, wenn die Kurse – wie zuletzt Ende 2017 – explodieren, werden Menschen nervös: „Hätte ich doch gestern eingekauft, hätte ich vielmehr Gewinn gemacht“. Im schlimmsten Fall kauft man dann noch beliebige Token, ohne sich darüber zu informieren. Das Konzept dahinter heißt FOMO und steht für die Angst, etwas zu verpassen (Fear of Missing Out).

Mein Tipp: Tief durchatmen und informieren.

FUD – Angst, Unsicherheit und Zweifel

Ebenso ungesund wie FOMO. Angst, Unsicherheit und Zweifel treten gerade auf, wenn die Kurse plötzlich einbrechen. Dann denkt man sich: Schnell, ich muss verkaufen, bevor es noch schlimmer wird. Und wenn dann noch Negativ-Schlagzeilen dazu kommen, ist es für viele ganz schnell vorbei.

HODL, HODL, HODL

Der Ausweg von FUD und FOMO: einfach durchhodln. Die Idee dahinter: Seine Bitcoin einfach in der digitalen Brieftasche behalten (hold), statt sie panisch zu verkaufen.

Mein Tipp: Besser als FUD und FOMO, schlechter als sich Analysen anzuschauen, sich in die Thematik einzulesen und rationale Entscheidungen zu treffen. Im Zweifelsfall: machen.

Passt auf mit den Shitcoins!

Aktuell listet Coinmarketcap insgesamt 2.072 Kryptowährungen, die Dunkelziffer ist ungewiss. Teilweise erkennt man schon an den Namen, dass es nicht gerade seriöse Projekte sind. Oder würdet ihr in HollyWoodCoin, TrollCoin oder PonziCoin investieren? Hoffentlich nicht.

Pump & Dump: Im Zweifelsfall kann es ganz schnell gehen

Was im regulierten Finanzwesen verboten ist, ist im Bitcoin-Ökosystem kein Problem. Das Prinzip: Einige Menschen verabreden eine bestimmte Uhrzeit und Datum, an dem sie in kurzer Zeit sehr viel Geld in ein Projekt stecken (Pump). Damit treiben sie den Preis hoch. Dann warten sie, bis andere darauf aufmerksam werden und verkaufen ihre Token wieder, der Preis fällt (Dump). Sie setzen dabei vor allem auf FUD, FOMO und Shitcoins. Zurück bleiben wenige, die sich bereichern konnten, und sehr viel mehr, die geleimt sind. Verabredungen finden in Messengern, vornehmlich Telegram statt.

Mein Tipp: Finger weg. Sonst: Geld weg.

Ethereum-Blockchain soll Hurrikan-Opfern helfen

Insbesondere die USA hat immer wieder mit schweren Naturkatastrophen wie extremen Wirbelstürmen zu kämpfen. Aktuell wappnet sich die Ostküste für die Ankunft von „Florence“, einem Hurrikan, der größer ist als Deutschland. Um anschließende Versicherungsprozesse zu beschleunigen, will ein Schweizer Start-up nun die Ethereum-Blockchain einsetzen.

In der Schweiz kennt man die Verheerungen, die ein Hurrikan anrichten kann, nur aus den Medien. Die Schneisen, die ein solcher Wirbelsturm in die Landschaft oder gar Städte zieht, zeugen von der ungeheuren Zerstörungswut. Nachdem der Sturm vorbeigezogen ist, kommt die Versicherungsbranche auf den Plan. Dazu gehören die Versicherungsvertreter und Agenten, die im Namen von Versicherungsunternehmen möglichen Betrug minimieren sollen. Aber auch Rückversicherer, die Versicherungsunternehmen schützen, und Retrozessionären, die wiederum die Rückversicherungsunternehmen betreuen, sind in den Prozessen, die solche Naturkatastrophen auslösen, involviert.

Das Chaos nach der Katastrophe minimieren
Die überlebenden Opfer von Naturkatastrophen sind häufig auf schnelle Hilfe angewiesen. Gerade für jene, die wortwörtlich das Dach über dem Kopf verloren haben, bedeutet jede Verzögerung im Versicherungsprozess eine weitere Katastrophe. Aufgrund des komplizierten Versicherungssystems, in dem viel Zeit für die Überprüfung des tatsächlichen Schadens verwandt wird, kann es allerdings oft Wochen oder gar Monate dauern, bis Versicherungssummen ausgezahlt werden.

Das Schweizer Blockchain-Start-up Etherisc hat es sich nun zum Ziel gesetzt, dieses Versicherungschaos zu entschärfen, damit die Geschädigten schneller Hilfe bekommen können. Dafür will es den Versicherungsworkflow auf ein gemeinsames, verteiltes Hauptbuch von Transaktionen verschieben und die automatische Auszahlung bestimmter Arten von Unterstützung ermöglichen.

Etherisc wurde 2017 als Open-Source-Plattform gegründet. Das Start-up widmet sich dabei der Erstellung von Versicherungsprodukten mit der Ethereum-Blockchain. Nachdem es über ihren ICO 3,6 Millionen US-Dollar einnehmen konnte, hilft Etherisc bereits anderen Unternehmen beim Erstellen von Versicherungspolicen, die Smart Contracts verwenden. Die Blockchain wird vor allem dazu genutzt, zahlreiche Daten wie die Windgeschwindigkeit oder annullierte Flüge manipulationssicher zu speichern. So können sie für automatische Auszahlungsprozesse zur Verfügung gestellt werden.

Erste Kooperation in Puerto Rico
Das InsurTech-Start-up HurricaneGuard aus Puerto Rico nutzt bereits die Technologie von Etherisc, wie Forbes am 11. September berichtete. Um das Leid von Opfern wie denen des Hurrikans Maria zu minimieren, wollen sie mit speziellen Policen dafür sorgen, dass die nächste Hurrikan-Saison weniger dramatische Folgen nach sich zieht. Im September letzten Jahres wütete der besonders kraftvolle tropische Wirbelsturm Maria über Puerto Rico. Auch vier Monate nach der Katastrophe gab es noch 225.000 unbearbeitete Versicherungsansprüche. Noch schlimmer wiegen die 3.700 Menschen, die nicht unmittelbar durch den Hurrikan starben, sondern aufgrund fehlender Medikamente oder anderer Mangelversorgung ums Leben gekommen sind.

Die Idee der blockchainbasierten automatischen Auszahlungen ist nicht neu. So setzt der französische Versicherungsriese AXA bereits ein Flugversicherungs-Tool ein, dass auf Ethereum-Basis automatisch für stornierte Flüge zahlt.

Die Opfer von Florence werden noch nicht von der Etherisc-Lösung profitieren können. Aktuell wird der Schaden auf bis zu 759.000 Häuser mit einem Wiederaufbaukostenwert von 170,2 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Was ist eine Sidechain?

Eine Blockchain besteht klassischerweise aus einer Kette (Chain) von Blöcken. Diese Kette nennt man üblicherweise die Mainchain. Sie verknüpft die einzelnen Blöcke, sodass insgesamt eine Blockchain entsteht. Darüber hinaus gibt es die sogenannten Sidechains, die neben der Mainchain herlaufen. Sie sind gewissermaßen Abzweigungen der Mainchain. Das bedeutet, dass sie relativ autonom neben der Mainchain existieren können.

Dazu ist es notwendig, dass Token von der Mainchain auf die Sidechain „transferiert“ werden. Schließlich sollen diese nicht doppelt ausgegeben werden können. Stattdessen „markiert“ man die Token, sodass sie (vorübergehend) nicht mehr auf der Mainchain verarbeitet werden. Die Sidechain stellt dabei eine Blackbox dar. Das bedeutet, dass in dieser Blackbox viele unabhängige Transaktionen stattfinden können, ohne dass das gesamte Netzwerk dies mitbekommt. Denn dieses liest nur die Mainchain und sieht damit nicht, was im Hintergrund auf der Sidechain passiert.

Ein Bank-Beispiel
Fangen wir, um das Prinzip zu erklären, mit einem uns allen geläufigen Beispiel aus der Bankenwelt an. Eine Bank bietet Bargeld und virtuelles Geld auf den Konten. Bewegt sich das Geld in Form einer Überweisung, dann wird dieser Transfer von der Bank erfasst. Er ist also sichtbar.

Allerdings ist es ebenso möglich, dass wir eine Auszahlung in Höhe von 100€ tätigen. Wenn wir damit Produkte einkaufen, geben wir dieses Bargeld an andere Personen weiter, die das Geld wiederum für ihre eigenen Einkäufe verwenden. Dieser Prozess passiert ganz oft, es finden also viele Transaktionen in unserem imaginären Bargeld-System statt. Am Ende unseres Experiments zahlen alle Teilnehmer ihr Bargeld wieder bei der Bank ein.

Dabei tritt ein interessantes Phänomen auf: Die Menge an Bargeld hat sich nicht verändert, nur die Verteilung. Und obwohl viele vernetzte Transaktionen passiert sind, sieht die Bank am Ende nur die Endbestände unserer einzelnen Personen.

Kommen wir also zurück zur Blockchain: Bei einer Sidechain verhält es sich recht ähnlich, da die Token auf eine Sidechain transferiert werden und sich damit in einer Blackbox befinden.

Welche Vorteile bieten Sidechains?
Eine Sidechain kann eigene Regeln festlegen. Beispielsweise kann eine Sidechain einen anderen Konses-Algorithmus (bspw. Proof-of-Work) nutzen als die Mainchain. Das erlaubt Flexibilität innerhalb des Netzwerks und gleichzeitig die Möglichkeit, die Mainchain zu entlasten. Auf der Sidechain können Transaktionen innerhalb dieser schließlich weitestgehend unabhängig von der Mainchain ausgeführt werden – nicht alle Nutzer bekommen also davon mit. Sendet man eine normale Bitcoin-Transaktion, wird diese von allen Teilnehmern im Netzwerk verarbeitet und somit für diese Sichtbar. Das führt bei großen Transaktionsvolumina zu Kapazitätsproblemen. Nutzt man hingegen eine Sidechain, würde man in diesem Fall das Bitcoin Netzwerk entlasten.

Welche Arten von Bitcoin Sidechains gibt es?

  • Custodian – Der Überwacher
    Der sogenannte Überwacher (Custodian) ist eine zentrale Partei, die die Token reserviert. Man sendet die Bitcoin also an diesen Custodian, der sie wiederum in seinem Besitz hält und dafür sorgt, dass diese nicht auf der Mainchain ausgegeben werden können. Nachteil dieses Ansatzes ist, dass man dem Custodian vertraut, die eingefrorenen Coins zu überwachen.
  • Federation – Das Sidechain-Gremium
    Statt das Vertrauen – wie beim Custodian – nur in eine Hand zu legen, kann alternativ eine Föderation gebildet werden. Dazu gewährt man den Zugriff auf die eingefrorenen Token über eine Multiwallet. Das bedeutet zum Beispiel, dass es drei Keys gibt. Mindestens zwei davon werden benötigt, um die Schatztruhe mit den Token zu öffnen. Gibt man die Keys also an (bspw.) drei Personen weiter, müssen analog zwei von drei Personen zustimmen, um die Token freizugeben.
  • SPV Sidechain – Die automatisierte Überprüfung
    Die Sidechain-Variante, die Blockstream im offiziellen Sidechain-Whitepaper beschreibt, ist eine sogenannte SPV-Sidechain. Diese erfordert sogenannte SPV-Proofs (simplified payment verification proofs). Der technisch anmutende Begriff bedeutet, dass auf Kryptographie basierend mit nur wenigen benötigten Daten überprüft werden kann, ob eine Transaktion in einem Block enthalten ist. Ist diese Bedingung erfüllt, wird der Transfer der Token durchgeführt.
  • Drivechain
    In einer Drivechain sind die Miner im Entscheidungsprozess zum Transfer der Token involviert. Genau genommen sind die die Custodians (s.o.) über die transferierten Token – sie können diese also auch wieder auf der Mainchain freigeben. Die Drivechain basiert auf der Idee, dass die Überwachung der Funds durch Miner in Anbetracht der Spieltheorie weniger gefährlich ist, als einen zentralisierten Custodian zu nutzen.
  • Hybrid-Modelle
    Selbstverständlich lassen sich die einzelnen Varianten auch kombinieren – nicht anderes bedeutet auch das Hybrid-Modell einer Sidechain. RSK Labs hat beispielsweise ein Konzept untersucht, dass die Drivechain-Idee mit einer Federation verbindet. Vereinfacht gesagt können dadurch sowohl die Miner, als auch die einzelnen Mitglieder der Federation mit ihren Keys über den Transfer der Token entscheiden können.

Lisk – ein Sidechain-Netzwerk von Natur aus
Lisk ist ein Projekt, dass mit besonderem Fokus auf Sidechains entwickelt wurde und vor allem die Vorteile der Kapazitätsentlastung und der Möglichkeit zur dApp-Entwicklung abseits der Mainchain nutzen möchte. In unserem Lisk-Tutorial gehen wir genauer auf das Projekt ein.

BlackRock ändert seine Meinung über Kryptowährungen

Der größte unabhängige Vermögensverwalter BlackRock leitet Kryptobestrebungen ein. Es wurde ein Team zusammengestellt, das prüfen soll, ob sich der Einstieg in das Kryptogeschäft für den Giganten lohnt.

Der mit 6,3 Billionen US-Dollar weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock prüft, ob sich das Investieren in Kryptowährungen lohnt. Dafür stellte BlackRock jetzt ein Team aus verschiedenen Experten zusammen, um die fundamentale Struktur von Kryptowährungen, die Blockchain, für die eigenen Zwecke zu untersuchen. Des Weiteren werden die Experten schauen, wie sich die Konkurrenz im Bereich der Kryptowährungen einbringt. Damit wird geprüft, wie das Handeln der Konkurrenz die eigenen Geschäfte beeinflussen könnte.

Ein Umschwung in der Finanzbranche
Das Zusammenstellen dieses Teams zeigt, dass die Kryptowährungen wohl doch nicht so bedeutungslos für das New Yorker Finanzgeschäft sind, wie es Larry Fink letztes Jahr noch behauptete.

Sie seien „spekulativ“, „ein Instrument für Geldwäsche“ und der einzige Grund für das blühende Geschäft sei die Anonymität, hieß es von dem BlackRock-CEO. Doch damit nicht genug: Fink sagte zudem, dass Kryptowährungen weit davon entfernt seien, eine Perspektive für institutionelle Käufer darzustellen. Außerdem sei keiner von BlackRocks Kunden an den digitalen Währungen interessiert.

Jetzt hat BlackRock sogar den New Yorker Strategen für Finanzvermögen und Investment, Terry Simpson, zur Hilfe geholt. Er soll schauen, ob BlackRock zukünftig wirklich in Bitcoin investieren soll.

Doch Fink ist nicht der Erste seiner Branche, der seine Meinung ändert
Auch der JPMorgan-CEO Jamie Dimon bezeichnete Kryptowährungen in der Vergangenheit noch als „Betrug“. Er werde jeden Banker entlassen, den er beim Investieren in Kryptowährung erwische. Doch mittlerweile wurde JPMorgans Hauptverantwortlicher für Fintech zur Untersuchung von digitalen Währungen beauftragt.

Trotz vieler Kritiker entscheiden sich immer mehr Unternehmen der Finanzmetropole für das Investieren in Kryptowährungen. Wie zum Beispiel der 2,4 Billionen US-Dollar schwere Vermögensverwalter Fidelity Investments, welcher sich erst letzten Monat für das Entwickeln einer eigenen Kryptowährungsbörse entschieden hat. Welche Unternehmen zukünftig mit dieser Bewegung mitziehen, wird sich zeigen.

Wer verbirgt sich hinter Satoshi Nakamoto?

Auch wenn die Identität von Satoshi Nakamoto bis heute ungeklärt ist, so ist doch unbestritten, was er erschaffen hat: er ist der Erfinder des Bitcoin-Protokolls, das er in einem Whitepaper im November 2008 über eine verschlüsselte E-Mail-Adresse veröffentlicht hat.

Im Jahr 2009 installierte er den ersten Bitcoin-Client und kommunizierte fortan bis Ende 2010 mit der Bitcoin-Community. Danach verschwand er spurlos von der Bildfläche.

Anfangs arbeitete er mit einem Open-Source-Team zusammen an dem Projekt und legte sehr viel wert darauf, keine persönlichen Daten bekannt zugeben. Zuletzt hörte man im Frühjahr 2011 von ihm als er sagte: “Ich werde mich nun anderen Dingen widmen.”

War er Japaner?

Man sollte ein Buch nicht anhand seines Titels beurteilen. Oder etwa doch? “Satoshi” bedeutet “klar denkend”, “Naka” könnte “innen oder Beziehung” bedeuten, “Moto” bedeutet “Herkunft oder Gründung”.

All diese Dinge passen auf die Person, die eine Bewegung ins Leben gerufen und einen ausgeklügelten Algorithmus erschaffen hat. Das Problem ist jedoch, dass jedes einzelne Wort mehrere Bedeutungen haben kann.

Es lässt sich also nicht sicher sagen, ob Satoshi Nakamoto ein Japaner ist. Der Einfachheit halber wird Satoshi Nakamoto im Folgenden als mit dem männlichen Geschlecht bezeichnet, auch wenn er genauso weiblich sein könnte oder aber ein Zusammenschluss von mehreren Personen.

Weiß irgendjemand wer Satoshi Nakamoto war?

Der New Yorker Joshua Davis glaubt Satoshi Nakamoto sei ein Kryptographie-Student des Dublin Trinity College namens Michael Clear. Zu seiner Schlussfolgerung kam er durch eine Analyse aller Nakamoto Schreiben, die mehr als 80.000 Wörter beinhalten. Darin suchte er nach sprachlichen Hinweisen auf Nakamotos Identität. Er verdächtigte allerdings auch bereits den finnischen Wirtschafts-Soziologen und ehemaligen Spieleentwickler Vili Lehdonvirta. Beide haben jedoch verlauten lassen, dass sie nicht die Erfinder von Bitcoin seien. In einem Web-Summit 2013 teilte Michael Clear gar öffentlich mit, er sei nicht Satoshi Nakamoto.

Adam Penenberg von FastCompany bestritt die Vermutung und sagte, Satoshi Nakamoto sei ein Zusammenschluss von drei Personen: Neal King, Vladimir Oksman, und Charles Bry. Dies belegte er damit, dass er verschiedene Sätze aus dem veröffentlichten Whitepaper bei Google eingab, um zu prüfen, ob diese Wortphrasen bereits zuvor irgendwo aufzufinden waren. Es stellte sich später heraus, dass einer der drei namentlich in einer Patentanmeldung zur Aktualisierung und Verteilung von kryptischen Schlüsseln genannt war. Die Bitcoin.org Domain, die Satoshi Nakamoto zur Veröffentlichung des White Papers genutzt hatte, wurde nur drei Tage nach ebenjener Patentanmeldung registriert. Die Domain soll laut Penenberg in Finnland registriert worden sein und einer der Patent-Antragsteller reiste sechs Monate zuvor in das Land. Alle drei Verdächtigen bestreiten allerdings Satoshi Nakamoto zu sein.

Die Bitcoin.org-Domain wurde jedoch am 18. August 2008 durch einen anonymen japanischen Service-Anbieter und einem japanischen ISP registriert. Danach soll die Domain lediglich nach Finnland übertragen worden sein. Dies entkräftet die Finnland-Theorie ein wenig.

Wiederum andere behaupten, der Erfinder von Bitcoin könnte auch Martii Malmi sein. Martii lebt in Finnland und ist seit der Geburtsstunde von Bitcoin an der Entwicklung beteiligt.

Auch Jed McCaleb zählt zum Kreis der Verdächtigen. Er ist bekannt als Liebhaber der japanischen Kultur und wohnt in Japan. Gleichzeitig ist er Gründer der umstrittenen Bitcoin-Börse Mt. Gox und Mitgründer der dezentralisierten Zahlungssysteme Ripple und Stellar.

Es gibt eine Vielzahl von weiteren potentiellen Satoshi Nakamotos, darunter Donal O’Mahony, Michael Peirce, Professor Shinichi Mochizuki und Dorian S. Nakamoto. Alle bestreiten jedoch die Erfinder einer genialen Erfindung zu sein. In der Bitcoin-Community herrscht daher weiterhin Ungewissheit über die Identität von Satoshi Nakamoto.

Was weiß man über Satoshi Nakamoto?

Ausgehend von Interviews mit Weggefährten von Satoshi Nakamoto aus den frühen Geburtsstunden von Bitcoin soll er das System penibel genau durchdacht haben. Seine Kodierungen trugen laut Jeff Garzik nicht die Handschrift eines konventionellen Software-Ingenieurs.

Wie reich ist er?

Einer Analyse des Bitcoiners Sergio Lerner zufolge soll Satoshi Nakamoto viele der ersten Blocks im Bitcoin-Netzwerk geschürft haben, insgesamt rund eine Million Bitcoins. Zum gegenwärtigen Kurs im Juli 2017 entspricht dies mehr als zwei Milliarden Milliarden US-Dollar.

Was sind Soft und Hard Fork?

Eine Fork bedeutet klassich die Weiterentwicklung von Open Source Software. Da Open Source Software naturgemäß von jedem Menschen frei zugänglich ist und heruntergeladen werden kann, besitzt jeder die Möglichkeit, eine eigene Kopie der Software anzufertigen und diese für eigene Zwecke zu modifizieren. Damit hätte die Person die Software geforkt.

Das Modifizieren der Software ist keinesfalls als böser Eingriff zu sehen, sondern sogar ein elementarer und erwünschter Bestandteil von Open Source Projekten. Nutzer mit Programmierkenntnissen können damit gemäß ihrem eigenen Bedarf neue Funktionalitäten hinzufügen – so können verschiedene Distributionen einer Software existieren.

Was haben Forks mit Blockchains zu tun?

Ausgehend von einer Public Blockchain wie der des Bitcoin, basiert diese letztlich auch auf quell-offenem Code, der wie oben beschrieben von Entwicklern lokal modifiziert werden kann. Allerdings ist es bei Blockchain-Technologien essenziell, dass die Netzwerkteilnehmer in bestimmten Punkten übereinstimmen. Es wäre also problematisch, wenn einige Miner im Netzwerk bspw. die SHA-256 Hashfunktion benutzen und andere Netzwerkteilnehmer eine andere Hashfunktion nutzen. Schließlich möchte man Transaktionen nicht nur in sein eigenes „Haushaltsbuch“ schreiben, sondern sie so durchführen, dass sie von möglichst allen Netzwerkteilnehmern anerkannt werden.

Das sieht in der Praxis wie folgt aus:

  • Es existiert eine allgemein anerkannte Bitcoin Version.
  • Die Nutzer wünschen neue Funktionalitäten, bspw. eine Erhöhung der Blocksize, um Kapazitätsprobleme zu lösen.
  • Ein beliebiger Nutzer kopiert die derzeitige Bitcoin Software und modifiziert sie mit einer höheren Blocksize.
  • Er stellt die Software anderen Nutzern zur Verfügung, die sie ebenfalls nutzen können.
  • Nun existieren zwei Versionen der Bitcoin Software im Netzwerk und Nutzer können entscheiden, welche sie verwenden möchten.

Aber Achtung: Wichtig ist die Differenzierung zwischen Blockchain Forks und Forks von Software. Während Forks im letzten Fall dazu genutzt werden, neue bzw. zusätzliche Services auf der Grundlage bestehender zu entwickeln, zielen Forks im Blockchain-Kontext eher darauf ab, eine Alternative darzustellen.

Forks sind insbesondere in der Art ihrer Auswirkung auf die bestehende Software bzw. auf das Blockchain-Netzwerk zu klassifizieren:

Arten von Forks

Um die Erklärungen zu verstehen, solltest du wissen, was es mit Nodes auf sich hat. Kurz erklärt speichern die Nodes als Netzwerkknoten die Blockchain und stellen sie dem Netzwerk bereit. Im besten Fall ist der aktuelle Konsens der Blockchain, also die aktuellste Transaktionshistorie, auf allen Nodes dezentral gespeichert.

Alle Nodes im Netzerk müssen mit einer kompatiblen Software betrieben werden, damit sie sich auf eine Blockchain verständigen können. Wird ein Änderungsvorschlag eingereicht, gibt es zwei Möglichkeiten, die Fork durchzuführen:

Soft Fork

Eine Soft Fork zeichnet sich durch ihre Abwärtskompatibilität aus. Es kann also Nodes im Netzwerk geben, die mit der neuen Software arbeiten. Dies führt nicht zu Kompatibilitätsproblemen: Die Nodes mit der alten Software akzeptieren auch die Meinungen der Nutzer, die sich nun für die neue Software entschieden haben. Andersherum jedoch möchten die Nutzer mit der neuen Software ihren Standard etablieren und setzen deshalb bei allen Blöcken auf ihr neues Verfahren.

Sobald die Mehrheit im Netzwerk erreicht wird, verständigen sich alle Nodes auf die neuen Blöcke.

Hard Fork

Diese Art von Fork ist nicht abwärtskompatibel – und bringt deshalb besondere Herausforderungen mit sich, um den Konsens im Netzwerk zu garantieren. Bestehende Nodes müssten ihre Software zwingend updaten, um die neuen Blöcke mit berücksichtigen zu können (bei der Soft Fork konnten die bestehenden Nodes die neuen Blöcke aufgrund der Kompatibilität einfach mit berücksichtigen). Die Inkompatibilität der Versionen führt dazu, dass das Netzwerk gewissermaßen gesplittet werden kann: Nutzer, die sich für bzw. gegen eine Akzeptanz der Änderungen aussprechen, operieren dann auf verschiedenen Blockchains. Dies nennt man eine Blockchain Fork (nicht zu vergleichen mit einem Software Fork). Wichtig ist zu betonen, dass nicht bei jeder Hard Fork eine neue, stabile Blockchain gebildet wird. Ethereum hat nun fünf Hard Forks hinter sich und nur bei einer davon hat sich mit Ethereum Classic eine neue Blockchain gebildet.

Wie wird eine Fork durchgeführt?

Sehen wir uns eine Fork am Beispiel Bitcoin an. Das Bitcoin Core Team kann möglicherweise Änderungen vorschlagen – sie jedoch nicht allein durchsetzen. Letzten Endes entscheiden die Miner darüber, welcher Blockchain sie folgen. Damit wird die Dezentralität gewahrt, weil auch hier dem Netzwerk die Entscheidungskompetenz überlassen wird. Das Core Team kann durchaus Weiterentwicklungen vorantreiben – muss sie allerdings immer wieder neu vor den Minern pitchen und auf eine Akzeptanz hoffen.

In der Vergangenheit hat es mit Ethereum und Ethereum Classic tatsächlich einen entscheidenden Split der Ethereum Blockchain gegeben: Nach dem DAO-Hack diskutierte die Community intensiv darüber, den Transfer der gehackten Coins rückgängig zu machen, indem man sich auf eine Blockchain einigt, die diesen Transfer nicht beinhaltet. Selbstverständlich ist Option A) Hacker darf seine Beute behalten mit Option B) Aktion des Hackers wird rückgängig gemacht nicht kompatibel. Das Vorgehen erfordert also eine Hard Fork. Und solange sich nicht 100% der Teilnehmer auf eine Version einigen, kommt es zum Split der Blockchain. Dies geschah, indem nun zwei Ethereum Blockchains existieren: Ethereum Classic (ohne Hard Fork: der Hacker bleibt im Besitz der gestohlenen Coins) und Ethereum (mit Hard Fork: unerwünschte Transaktion wurde rückgängig gemacht).

Miner Activated Fork

In diesem Fall entscheiden die Miner im Netzwerk, ob eine Fork durchgeführt wird. Sie signalisieren, dass sie die Fork durchführen möchten, indem sie diese Information an bestätigte Blöcke anhängen. Wenn innerhalb der letzten 1000 Blöcke dann ein ausreichender Anteil an Minern die Fork signalisiert hat, werden die Änderungen durchgesetzt. Beispielsweise wird die neue Version ab 75% Zustimmung gültig, ab 95% werden sogar alte Blöcke abgewiesen, die nicht mit der neuen Version gekennzeichnet sind.

User Activated Soft Fork (UASF)

Die User Activated Soft Fork (UASF) ist eine Fork, die durch eine Mehrheitsentscheidung unter den Full Nodes herbeigeführt wird. Sie wird auf ein bestimmtes Datum terminiert, an dem die Mehrheit der Full Nodes dieser zustimmen muss, damit die Fork wirklich zustande kommt.

Miner Activated Soft Fork (MASF)

Bei einer Miner Activated Soft Fork (MASF) entscheiden die Miner mit ihrer Rechenpower als Stimmrecht über die Fork und initiieren sie. Dies macht den Prozess effizienter, da die Full Nodes die Änderungen im Anschluss übernehmen können. Allerdings bringt die MASF Risiken mit sich, weil das Netzwerk sich auf die Rechenpower als Maßstab verlässt. So kann die Rechenpower beispielsweise aussagen, dass die Soft Fork stattfindet, tatsächlich arbeiten die Miner danach aber mit der alten Version ohne die Soft Fork weiter.

Was ist eine 51%-Attacke und wie funktioniert sie?

Wie jedes andere System ist auch Bitcoin nicht perfekt. Im Kontext möglicher Risiken ist häufig von einer sogenannten 51%-Attacke die Rede. In diesem Tutorial soll erläutert werden, worum es sich bei solch einer Attacke handel, was sie kann und wie man sie verhindert.

Be your own bank lautet einer der bekanntesten Slogans der Bitcoin-Community. Doch vernachlässigt solch ein Claim, dass mit einer möglichen Dezentralisierung des Bankensystems auch eine massive Dezentralisierung von Verantwortung einhergeht. Entsprechend erfordert Dezentralität aufgeklärte und kritische Nutzer, die die Gefahren möglicher Angriffe auf die Blockchain kennen. Zu den am häufigsten thematisierten Gefahren wird hierbei häufig eine sogenannte 51%-Attacke gezählt.

Wie funktioniert eine 51%-Attacke ?

Die Bitcoin-Infrastruktur besteht aus den Nutzern (genauer gesagt ihren Wallets), unterschiedlichen User-Interfaces, den Minern und den Nodes. Die Nodes sind dafür verantwortlich, das Bitcoin-Netzwerk aufrecht zu erhalten und verwalten den Transaktionsverkehr. Nodes garantieren, dass alle Transaktionen den Regeln entsprechen. Die Aufgabe der Miner ist es, Transaktionen zu Blöcken zusammenzufassen und diese an die Blockchain anzuhängen.

Bei der berüchtigten 51%-Attacke tritt folgendes Szenario ein: einem Angreifer gelingt es über 50% der Miner zu stellen. Wirft man einen Blick blockchain.info werfen, lässt sich feststellen, dass drei der großen Mining-Pools (Antpool, F2Pool und Btcc Pool) derzeit mehr als 50% der Hashrate aufbringen – die Sorge ist also nicht rein hypothetischer Natur, sondern durchaus real. Bei anderen Altcoins sind solche Attacken in der Vergangenheit bereits vorgekommen.

Was also könnte passieren, wenn ein Angreifer über 50% der Miner stellt? Um dies zu klären, hilft ein Blick Satoshi Nakamotos Whitepaper: in Abschnitt 11 betrachtet er das Problem eines Angreifers, der falsche Blöcke in das System speisen will. Letztlich kann man errechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Angreifer seine Blockchain durchsetzt.

In den obigen Abbildungen ist die Erfolgswahrscheinlichkeit dargestellt, links in Abhängigkeit der relativen Hash-Rate des Angreifers (bei einer Annahme von sechs Bestätigungen einer Transaktion) und rechts in Abhängigkeit der Anzahl an Transaktionen (bei Annahme einer relativen Hashrate von 26% auf Seiten des Angreifers).

Es lässt sich schnell erkennen, dass – wenn die Hashrate des Angreifers größer oder gleich groß der des Gegners ist – die Wahrscheinlichkeit, Dinge zu verändern gleich eins ist. Dies bedeutet, dass jemand mit mehr als 50% der Hashrate auf seiner Seite unglaublich viel Macht hätte. Obige Formel würde dann immer zu seinen Gunsten entschieden. Außerdem sollte man im Hinterkopf haben: auch wenn die Attacke 51%-Attacke heißt und suggeriert, dass man mehr als fünfzig Prozent der Hashrate für die Attacke benötigt, kann man anhand der Formel von Nakamoto erkennen, dass bei einer geringeren Kontrolle die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg eines Angriffes zwar kleiner ist, ein Erfolg jedoch auch nicht ausgeschlossen ist. Entsprechend kann ein solcher Angriff gegebenenfalls auch mit deutlich weniger als 51% der Hashrate erfolgreich sein.

Möglichkeiten der 51%-Attacke – was ein Angreifer tun könnte

Solange der Angreifer die Kontrolle hat, könnte er Double-Spending-Transactions durchführen. Dies bedeutet, dass er Transaktionen umkehren und woanders hin transferieren könnte, und damit das Bitcoin-Ökosystem vollkommen durcheinander werfen würde. Er könnte beliebig viele Transaktionen verhindern bzw. ihnen keine Bestätigungen zusichern. Der Angreifer könnte etwa gezielt bestimmte Zahlungen sperren und damit einzelne Teilnehmer ausschalten. Er könnte beliebig viele Miner davon abhalten, irgendwelche gültigen Blocks zu minen und stattdessen die Rewards dafür selbst einstreichen. Die Beispiele zeigen: der potentielle Schaden, den eine solche Attacke anrichten kann, ist immens. Dementsprechend sollte man die Gefahr einer solchen Attacke durchaus ernst nehmen.

Was kann man dagegen tun?

Der Vorteil an der Blockchain ist, dass alles transparent ist und für Jedermann beobachtbar ist. Direkt auf Blockchain.info kann man etwa erkennen, welche Mining-Pools welche Blöcke gefunden haben. Das ist natürlich kein Gegenmittel, doch kann es helfen zu erkennen, ob es Mining-Pools gibt, die signifikant häufig einen Block der Blockchain beisteuern.

Abseits davon ist es im Fall von Bitcoin jedoch schwer, als Einzelner etwas gegen die solche Attack zu unternehmen. Tritt der Fall einer solchen Attacke ein, empfiehlt es sich jedoch für jeden Nutzer, die Bestätigungen einer Transaktions zur Abwehr von doppelten Transaktionen zu erhöhen. Sollte ein Angreifer wirklich 50% oder mehr der Hashrate innehaben, würde dies zwar nichts daran ändern, dass sich die Blockchain-Version des Angreifers immer durchsetzen würde, doch würde es wichtige Zeit bringen. Zeit, die wertvoll ist, da es bei Bitcoin wahnsinnig teuer ist, 51% der Hashrate aufrecht zu erhalten.

Aus Sicht von Gavin Andersen, der das Bonmot “That would be bad” mit Blick auf eine 51%-Attacke prägte, ist es vom Developer-Standpunkt ausgehend relativ einfach, sich gegen eine Solche Attack zu verteidigen. Eine Idee wäre, dass der Angreifer letztlich nicht nur eine Menge an Hashrate, sondern auch eine Menge an Bitcoins aus der Zeit vor dem Angriff haben müsste (siehe hier). Insgesamt würde man dadurch nicht nur die 51%-Attacke ziemlich teuer machen, sondern auch dafür sorgen, dass der Angreifer schnell ausblutet.

Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass eine 51%-Attacke auf Bitcoin eine ernste Angelegenheit ist, die jedoch aufgedeckt werden kann. Gerade in der Prävention kommt den Bitcoin-Nutzern eine wichtige Aufgabe zu: es liegt an ihnen, stets ein waches Auge auf das gesamte Netzwerk zu haben.

 

Was ist Ripple und XRP?

Ripple ist ein verteiltes Echtzeit-Protokoll für viele Arten von Payments jeglicher Art. Wir erklären, welche Rolle das Projekt, dass sich selbst „Internet of Value“ nennt, für Zahlungsdienstleister, Banken und Endkunden hat.

Ripple: Kein weiterer Bitcoin
Zunächst kann man Ripple klar als Enterprise-Projekt klassifizieren und damit deutlich von Bitcoin abgrenzen. Während letztere Währung von den Endkunden selbst zum Zahlungstransfer genutzt wird, ist Ripple eine Technologie, die im Hintergrund läuft – Nutzer selbst merken also nicht zwingend, dass sie Ripple indirekt nutzen. Stattdessen richtet sich das Projekt an große Institutionen wie Zahlungsdienstleister, Finanzinstitutionen und Banken.

Über das Netzwerk kann jede Art von Werten übertragen werden. Fest im Protokoll enthalten ist auch eine Komponente, die den Umtausch verschiedener Währungen erlaubt. Die Universalität des Protokolls erlaubt es beispielsweise sogar, Airline-Bonusmeilen in Bitcoin zu tauschen, also weitaus mehr als nur Kryptowährungen an sich. Jeder Netzwerk-Teilnehmer kann Gebote oder Angebote abgeben, Ripple routet diese Anfragen anschließend so im Netzwerk, dass ein möglichst kostengünstiger Exchange stattfindet.

Zahlungsabwicklungen im Enterprise-Kontext
Ripple bringt eine besondere Infrastruktur mit sich, die es erlaubt, 1.500 Transaktionen pro Sekunde durchzuführen. Damit liegt die Transaktionskapazität, die vom Netzwerk verarbeitet werden kann, deutlich höher als bspw. die des Bitcoin und vielen anderen bekannten Blockchain-Projekten.

Die Technologie hinter Ripple
Wie bereits erwähnt, ist es im Ripple-Netzwerk möglich, Währungen verschiedener Arten zu tauschen. Diese Funktionalität ist per Default eingebaut.

Um solch eine Transaktion durchzuführen, bedarf es jedoch Vertrauen zwischen den Parteien. Wenn Bob Bitcoin an Alice senden möchte, muss er nicht zwingend Bitcoin besitzen, sondern kann die Transaktion auch in US-Dollar durchführen. Dazu kommt eine weitere Partei, das Gateway ins Spiel, dass diese Vertrauensrolle zwischen Alice und Bob übernimmt.

Um zu verstehen, wie ein solches Gateway funktioniert, sehen wir uns im folgenden einfache Transaktionen auf Euro-Basis an. Das Gateway kann man sich ebenfalls als eine Person vorstellen, die ein Intermediär zwischen Sender und Empfänger ist.

  • Eine übliche Transaktion
    Wir nehmen an, dass Bob 100€ an Jonas senden möchte. Die Transaktion sieht von außen also wie „üblich“ aus, das heißt, dass Bob die 100€ direkt an Jonas sendet.

  • Transaktion mit Intermediären
    Nehmen wir nun an, dass sowohl Empfänger, als auch Sender, einen Agenten besitzen. Dieser übernimmt den Transfer. Das bedeutet, dass Bob das Geld nicht direkt an Jonas sendet, sondern es an seine Agentin Kate gibt, die für den Transfer verantwortlich ist.Ebenso erhält Jonas sein Geld nicht direkt von Bob’s Agentin, sondern gleichermaßen über seine Agentin Alice.

Das bedeutet also, dass auch zwischen den Agenten Verbindlichkeiten entstehen. Denn nicht Bob, sondern Kate schuldet Alice das Geld. Alice gibt das Geld für Jonas frei und am Ende der Transaktion entsteht eine Verbindlichkeit, sodass Kate Alice die 100€ schuldet.

  • Mehrere Transaktionen im Netzwerk

Gehen wir nun einen Schritt weiter und zur letzten Erweiterung unseres Beispiels. Wir nehmen an, dass im Netzwerk zwei Transaktionen stattfinden:

Erstens, die Transaktion i.H.v. 100€ von Bob an Jonas. Diese Transaktion findet über die Agenten Kate -> Alice (siehe Transaktion 1) im Bild) statt.

Zweitens, die Transaktion i.H.v. 100€ von Ela an Anna (grafisch gesehen in die entgegengesetzte Richtung der ersten Transaktion). Diese Transaktion findet über die Agenten Alice -> Kate (siehe Transaktion 1) im Bild) statt.

Das bedeutet im Endeffekt, dass die Schuldenbilanz sich zwischen den einzelnen Gateways wieder ausgleicht.

Das hier verwendete Beispiel ist selbstverständlich sehr stark simplifiziert und der technische Prozess hinter einer Ripple-Transaktion weitaus komplizierter, dennoch zeigt er das Zusammenwirken der einzelnen Gateways.

Wird eine Transaktion durchgeführt, die einen Währungswechsel erfordert, können wie hier einfach mehrere Gateways hintereinander geschaltet werden, die den Umtausch übernehmen und Sender und Empfänger miteinander verbinden. Dadurch kann Alice schließlich US-Dollar verschicken, auch wenn er wünscht, dass bei Alice Bitcoin ankommen. Die Aufgabe des Ripple-Netzwerkes ist es, diese Anfragen möglichst günstig durch das Netzwerk zu routen. Nutzer zahlen für die Durchführung der Transaktionen eine Gebühr, die aber von niemandem konkret eingesammelt wird. Stattdessen werden die XRP-Token vernichtet – diese Kosten für jede Art von Transaktionen sollen Netzwerk-Spam verhindern.

Die Ripple-Governance
Zwar gilt XRP als das Token des Projekts, das auch die Rolle der Währngswechsel übernimmt. Auch ist das Projekt an sich dezentral angelegt und nutzt dezentrale Technologien, um die Transaktionen durchzuführen.

Nichtsdestotrotz gibt es harsche Kritik am Modell von Ripple, da der Großteil der Token in den Händen des Ripple-Teams liegt. Insgesamt gibt es 100 Milliarden Token, von denen 61,4 Milliarden Mitgliedern des Teams gehören. De facto besitzt dieses also sogar die absolute Mehrheit der Token – ein Grund für viele Blockchain-Experten, Ripple nicht als wirklich dezentrales Projekt zu benennen.

Spürbar ist, dass das Team versucht, an einer Lösung für die Zentralisierungsproblematik zu arbeiten. Im Mai 2017 wurde eine Dezentralisierungsstrategie veröffentlicht. Im Juli 2017 gab man bekannt, die Anzahl an Validators für die XRP Ledger (auf insgesamt 55) zu erhöhen. Die Anzahl an Nodes, die von Ripple selbst betrieben werden, soll gleichzeitig gesenkt werden.

ETH Classic entschärft Schwierigkeitsbombe

Das Ethereum-Classic-Projekt (ETC) entschärfte jüngst die Schwierigkeitsbombe. Damit entfernt sich Ethereum Classic weiter von dem jüngeren Bruder Ethereum. Was hat es mit dieser Bombe und der Entscheidung, sie zu entschärfen, genau auf sich?

Der radikale Ursprung von Ethereum Classic

Wir schreiben das Jahr 2016, Ethereum schlägt bereits hohe Wellen in der Kryptowelt und bereitet sich auf die DAO vor. Zuerst sieht alles gut aus, doch dann fällt ein Hack auf. Panik macht sich auf den Märkten breit. Die Ethereum Foundation handelt schnell und möchte den Hack ungeschehen machen, um das Vertrauen der Investoren zu retten.

Am 20. Juli 2016, gut einen Monat nach dem Angriff auf die DAO, wird ein nicht-rückwärtskompatibles Update in das Ethereum-Netzwerk eingespielt – eine Hard Fork. Die Champagnerkorken knallen schon überall auf der Welt, als plötzlich klar wird, dass die alte Blockchain weiter gemint wird. Anstatt dass alle Teilnehmer auf der upgedateten Chain sind, gibt es einige Rebellen, die unter dem Slogan „Code is Law“ in einer anderen Realität leben wollen. Eine Realität, in der die Ethereum Foundation nicht die Macht besitzt, die Zeit zurückzudrehen und Gesetze zu ändern.

Das war die Spaltung von Ethereum und Ethereum Classic. Schon damals ging es vor allem um eine radikale Meinungsverschiedenheit: „Ist der Computercode in der Blockchain-Welt festes Gesetz oder veränderlich?“ Für die Überzeugung zahlten die ETC-Vertreter gerne den Preis des DAO-Hacks.

Der Proof of Stake und die Schwierigkeitsbombe

Mit dem Start von Ethereum kam die Idee des Proof of Stake (POS). Zuerst sollte Ethereum mit Proof of Work (POW) laufen, bis die Details des Proof of Stake ausgearbeitet sind. ETH ist immer noch in dieser Phase und bereitet sich auf den POS vor. Dahingegen hat ETC jetzt die Entscheidung getroffen, beim Proof of Work zu bleiben. Der hauptsächliche Grund hierfür ist die Dezentralität, die der POW bringt.

Die sogenannte Difficulty-Bomb wurde ursprünglich in das Ethereum-Protokoll eingebaut, um die Miner von POW zu POS zu bewegen. Würde sie gezündet, verdoppelte sich die Schwierigkeit des Proof of Work nach jedem neuen Block.

Allerdings hatte Ethereum Classic bereits mit dem sogenannten „Diehard Upgrade“ die Bombe auf Eis gelegt. Nun wurde die Bombe endgültig entschärft und die Entscheidung steht fest, dass ETC beim Proof of Work bleibt.

Die entsprechende Software für diese Hard Fork wurde bereits drei Monate im voraus veröffentlicht. Auch hat die ETC-Community ausführlich über diese Entscheidung diskutiert. Es handelt sich also nicht um eine Nacht-und-Nebel-Aktion, sondern über ein wohlüberlegtes und geplantes Software-Update.

Ethereum Classic vs. Ethereum?

So entwickeln sich ETC und ETH immer weiter auseinander. Beide Projekte haben denselben Ursprung, doch ähnlich wie bei BTC und BCH gibt es unterschiedliche Ansichten über die Zukunft des Protokolls.

Das Geniale an der Blockchain-Technologie kommt zum Vorschein: Anstatt sich für das eine oder andere entscheiden zu müssen, können Enthusiasten einfach beide Systeme nutzen. Ob der Proof of Stake funktioniert, kann ETH in der Zukunft beweisen.