ETH Classic entschärft Schwierigkeitsbombe

Das Ethereum-Classic-Projekt (ETC) entschärfte jüngst die Schwierigkeitsbombe. Damit entfernt sich Ethereum Classic weiter von dem jüngeren Bruder Ethereum. Was hat es mit dieser Bombe und der Entscheidung, sie zu entschärfen, genau auf sich?

Der radikale Ursprung von Ethereum Classic

Wir schreiben das Jahr 2016, Ethereum schlägt bereits hohe Wellen in der Kryptowelt und bereitet sich auf die DAO vor. Zuerst sieht alles gut aus, doch dann fällt ein Hack auf. Panik macht sich auf den Märkten breit. Die Ethereum Foundation handelt schnell und möchte den Hack ungeschehen machen, um das Vertrauen der Investoren zu retten.

Am 20. Juli 2016, gut einen Monat nach dem Angriff auf die DAO, wird ein nicht-rückwärtskompatibles Update in das Ethereum-Netzwerk eingespielt – eine Hard Fork. Die Champagnerkorken knallen schon überall auf der Welt, als plötzlich klar wird, dass die alte Blockchain weiter gemint wird. Anstatt dass alle Teilnehmer auf der upgedateten Chain sind, gibt es einige Rebellen, die unter dem Slogan „Code is Law“ in einer anderen Realität leben wollen. Eine Realität, in der die Ethereum Foundation nicht die Macht besitzt, die Zeit zurückzudrehen und Gesetze zu ändern.

Das war die Spaltung von Ethereum und Ethereum Classic. Schon damals ging es vor allem um eine radikale Meinungsverschiedenheit: „Ist der Computercode in der Blockchain-Welt festes Gesetz oder veränderlich?“ Für die Überzeugung zahlten die ETC-Vertreter gerne den Preis des DAO-Hacks.

Der Proof of Stake und die Schwierigkeitsbombe

Mit dem Start von Ethereum kam die Idee des Proof of Stake (POS). Zuerst sollte Ethereum mit Proof of Work (POW) laufen, bis die Details des Proof of Stake ausgearbeitet sind. ETH ist immer noch in dieser Phase und bereitet sich auf den POS vor. Dahingegen hat ETC jetzt die Entscheidung getroffen, beim Proof of Work zu bleiben. Der hauptsächliche Grund hierfür ist die Dezentralität, die der POW bringt.

Die sogenannte Difficulty-Bomb wurde ursprünglich in das Ethereum-Protokoll eingebaut, um die Miner von POW zu POS zu bewegen. Würde sie gezündet, verdoppelte sich die Schwierigkeit des Proof of Work nach jedem neuen Block.

Allerdings hatte Ethereum Classic bereits mit dem sogenannten „Diehard Upgrade“ die Bombe auf Eis gelegt. Nun wurde die Bombe endgültig entschärft und die Entscheidung steht fest, dass ETC beim Proof of Work bleibt.

Die entsprechende Software für diese Hard Fork wurde bereits drei Monate im voraus veröffentlicht. Auch hat die ETC-Community ausführlich über diese Entscheidung diskutiert. Es handelt sich also nicht um eine Nacht-und-Nebel-Aktion, sondern über ein wohlüberlegtes und geplantes Software-Update.

Ethereum Classic vs. Ethereum?

So entwickeln sich ETC und ETH immer weiter auseinander. Beide Projekte haben denselben Ursprung, doch ähnlich wie bei BTC und BCH gibt es unterschiedliche Ansichten über die Zukunft des Protokolls.

Das Geniale an der Blockchain-Technologie kommt zum Vorschein: Anstatt sich für das eine oder andere entscheiden zu müssen, können Enthusiasten einfach beide Systeme nutzen. Ob der Proof of Stake funktioniert, kann ETH in der Zukunft beweisen.

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