Was sind Smart Contracts?

Smart Contracts gelten als richtungsweisende Technologie, mit der bürokratische Strukturen abgebaut werden könnten. Aber worum handelt es sich bei smarten Verträgen überhaupt?

Zukunftstechnologie Smart Contracts

Die Zukunft der Blockchain-Technologie, die allen Kryptowährungen zugrunde liegt, ist anderswo zu verorten. Seit einigen Monaten haben auch große Finanzinstitute vermehrt Interesse an Blockchains gezeigt. Nicht weil sie eigene Kryptowährungen auf den Markt bringen wollen, sondern aufgrund anderer Blockchain-basierter Technologien – allen voran Smart Contracts.

In Smart Contracts wird eine vertragliche Regelung als Code aufgeschrieben, der einer konditionalen Logik folgt, das heißt sie folgen einem „Wenn-Dann“- Muster: werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt, tritt automatisch eine bestimmte Vertragsklausel in Kraft. Während üblicherweise dritte Instanzen, wie zum Beispiel Anwälte dafür garantieren, dass ein Vertrag eingehalten wird, sorgt bei Smart Contracts die Technologie für die Einhaltung des Vertrags – es muss also keine vermittelnde Institution zwischengeschalten werden, um Vertrauen zwischen den Vertragspartnern zu gewährleisten.

Befürworter von Smart Contracts erhoffen sich von der Technologie eine Erleichterung von Geschäftsvorgängen und Vertragsabwicklungen sowie eine höhere Vertragssicherheit. Darüber, wie genau Smart Contracts technisch umgesetzt werden sollten, herrscht allerdings noch Uneinigkeit.

Derzeit hat sich vor allem die Blockchain Ethereum als Plattform für Smart Contracts hervorgetan. Das liegt in erster Linie daran, dass die älteste und größte Blockchain Bitcoin nicht für den Einsatz von Smart Contracts geeignet ist, weil sie in einer Programmsprache geschrieben wurde, die nicht Turing-vollständig ist.

Die Blockchain Ethereum dient einerseits als Plattform für die Kryptowährung Ether, andererseits können über die Blockchain Smart Contracts angelegt, verwaltet und ausgeführt werden. In Ethereum existieren Smart Contracts als Accounts, die jenen der Nutzer (den User Accounts) gleichen, die aber nicht über einen privaten Key kontrolliert werden, sondern vom Code, der in ihnen enthalten ist.

Man kann mit diesen Smart Contracts kommunizieren, wie mit jedem anderen Account, der Vertrag selbst kann aber, nachdem er einmal angelegt ist, nicht mehr verändert werden. Das macht ihn auf der einen Seite – soweit er keinen Fehler enthält – immun gegen Hackerangriffe von außen. Auf der anderen Seite kann kein Fehler im Code nachträglich verändert werden. Ist der Vertrag fehlerhaft, können also womöglich große finanzielle Schäden entstehen, wenn eine Sicherheitslücke ausgebeutet wird.

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